Therapie

Akupunktur gehört zu den symptomatischen Therapiemethoden, mit deren Hilfe sich Nervenenden in der Haut stimulieren lassen. Von Seiten des orthopädischen Fachgebietes interessiert uns insbesondere die reduzierende Wirkung auf die muskuläre Spannung und die Aktivierung der Schmerzhemmung. So lassen sich über wenige Nadelstiche, die wir meistens mit winzigen Dauernadeln durchführen, muskuläre Spannungszustände in ganzen Muskelketten reduzieren. Hierfür nutzen wir eine recht neue Methode nach Kölblinger und Mukaino. Sie wurde erstmals im Rahmen der Olympischen Spiele 1998 in Tokio vorgestellt. Dies ist eine sehr effektive Unterstützung in unserem Behandlungskonzept.

Für die Auswahl der entsprechenden Akupunkturpunkte wird ein neues Leitbahnsystem verwendet. Damit lässt sich dieses Akupunkturprinzip nicht nur für symptomatische Behandlungen von Beschwerden des Bewegungsapparates nutzen, sondern auch zur begleitenden Anwendung z.B. im Training bei Spitzensportlern. Durch diese Methode lassen sich zudem muskuläre Regenerationsvorgänge verbessern und die Muskulatur auf eine bevorstehende Belastung vorbereiten.

Die von dem französischen Arzt Dr. Arlen entwickelte Atlastherapie (Atlas = oberster Halswirbel) wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen angewendet, unter anderem:

  • Als Wegbereiter zur Erleichterung manualtherapeutischer (chirotherapeutischer) Techniken.
  • Zur Behandlung von Kindern mit einem Tonus Asymmetrie Syndrom, sensomotorischen Integrationsstörungen, KISS-Syndrom(Kopfgelenk induzierte Symmetriestörung) und ideopathischer (angeborener) Skoliose.
  • Zur unterstützenden Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (wenn noch keine ausgeprägten Lähmungen bestehen).
  • Zur Behandlung durch vom Kopfgelenk verursachten Symptomen (mit Abstand häufigste Problematik!) wie Kopfschmerzen, migräneartigen Schmerzen, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsstörungen, Tinnitus usw.

DIE TECHNIK

Es werden ein oder wenige sehr schnelle, dosierte Impulse mit dem Finger des Arztes auf den seitlichen Fortsatz des Atlas und auf den hinteren Fortsatz des 2. Halswirbels gegeben. Dies bewirkt über die Nackenmuskulatur eine Nervenstimulation, die eine Entspannung auf den ganzen Körper und vor allem auf die Muskulatur bewirkt. Dadurch können eine Vielzahl von Symptomen des Bewegungsapparates und des Nervensystem positiv beeinflusst werden. Oftmals ist diese Therapie bereits nach 1-maliger Anwendung erfolgreich, je nach Beschwerdebild kann jedoch eine Wiederholung in regelmäßigen Abständen notwendig sein.

Rechtlicher Hinweis:

Die oben dargestellten Symptomatiken „KISS“ und „KIDD“ werden in der Wissenschaft in ihrer Bedeutung und Tragweite nicht einheitlich beurteilt. Die Therapie der Manuellen Medizin wird in der Wissenschaft ebenso nicht einheitlich gesehen. Schlussendlich liegt diesbezüglich noch keine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie vor, wie es die höchstrichterliche Rechtsprechung bei gesundheitlichen Wirkaussagen fordert (Stand März 2013).

Biofeedback ist eine in den sechziger Jahren entwickelte Methode, bei der körperliche Signale (Atem, Herzfrequenz oder Muskelspannung) erfasst und dem Patienten rückgemeldet werden. Wir bedienen uns der Muskelsignale, die wir mit Hilfe eines Oberflächen EMG (Elektro-myo-graphie) ableiten. Diese Technik ist vergleichbar mit der Ableitung einer EKG des Herzens. Es werden also ausschließlich die körpereigenen elektrischen Signale erfasst und keine elektrischen Impulse über technische Geräte ausgesendet. Durch ein Darstellen der muskulären Aktivität auf einem Monitor, werden diese Aktivitäten für unsere Patienten sichtbar.

Sie lernen diese Spannung bewusst wahrzunehmen und sie zu kontrollieren. Eine entsprechende Computersoftware hilft durch spezielle Übungsprogramme diese Muskelaktivitäten zu steuern bzw. sie zu beeinflussen. Das hierdurch Gelernte können die Patienten in ihrem Alltag leicht übertragen. So lernen Patienten, die beispielsweise ständig über eine Muskelbelastung im Bereich der Nackenmuskulatur beim Bedienen einer Computertastatur klagen, diese Muskelgruppen während des Schreibens in einem entspannten Zustand zu halten. Hintergrund dieser speziellen Methode ist die Erkenntnis, dass diese chronischen Schmerzzustände muskulär vermittelt werden. Das gilt nicht nur für orthopädische Beschwerden, sondern auch für Spannungskopfschmerzen oder migräneartige Zustände. So stellt das Biofeedback mittels Oberflächen EMG eine sehr gute Methode dar, ständige oder wiederkehrende Schmerzustände besser beeinflussen, kontrollieren bzw. sogar vermeiden zu können.

Chirotherapie stellt eine jahrtausend alte Form der manuellen Therapie dar. Sie beschäftigt sich mit funktionsgestörten Gelenkabschnitten sowohl der Extremitäten als auch der Wirbelsäule. Hierunter gehören insbesondere die so genannten „Blockierungen“.

In den letzten 100 Jahren kamen zunehmend Behandlungsmethoden in den Fokus des Chirotherapeuten, die sich mit Mobilisierung von Extremitätengelenken beschäftigen, die über die „einfache“ Deblockierung eines Gelenkes weit hinausgehen.

Grundsätzlich unterscheidet der Chirotherapeut zwischen den sogenannten reversiblen funktionellen Bewegungsstörungen (Blockierung) und den strukturellen Veränderungen von Geweben um das Gelenk herum. Besonderes Augenmerk gilt dem Kapselgewebe (z.B. bei Arthrose). Während sich eine funktionelle Einschränkung (Blockierung) z.B. eines Wirbelgelenkes meist schnell und die geeignete Technik vorausgesetzt, auch sehr schonend durchführen lässt, müssen strukturelle Veränderungen des Gelenkes mit Hilfe mobilisierender Techniken wiederholt behandelt werden. Beide Verfahren sind für den Patienten in der Regel schmerzfrei durchführbar. Wir wissen heute, dass sowohl die Lösung von Blockaden (Deblockierung/Manipulation), als auch die mobilisierenden Techniken zur Lösung von Gelenkkapselschrumpfungen direkte positive Einflüsse auf unser Schmerzsystem haben. Da wir heute die Wirkmechanismen anderer therapeutischer Ansätze wie z.B. der Akupunktur, Infiltrationen von Medikamenten oder auch den Einsatz der Triggerpunkt Therapie kennen, lassen sich diese Verfahren sinnvoll miteinander kombinieren. Häufig wird der empfundene Schmerz von entsprechend betroffener Muskulatur ausgelöst. Da jedoch unsere Muskulatur ein typisches Reaktionsorgan ist und aus eigener Ursache selten Störungen aufbaut, findet sich als Ursache für den Muskelschmerz häufig eine gestörte Gelenksfunktion. Hier wird verständlich, warum ein rein muskulärer Therapieansatz meist nicht zu einer dauerhaften Beschwerdebesserung führen kann.

FAZIT

Manualtherapeutische Techniken zur Normalisierung des Gelenkspiels dienen der Vermeidung erneut auftretender muskulärer Störungen und stellen damit eine der wichtigsten Techniken zur Erlangung eines dauerhaften Therapieerfolges dar.

2005 haben wir mit drei weiteren „Golf – begeisterten“ Kollegen die „Golftherapie“ ins Leben gerufen. Basierend auf eine Bewegungsanalyse des Golfschwunges wurden die entsprechenden Bewegungsvoraussetzungen unserer Gelenke hierfür klassifiziert. Sobald ein Bewegungselement, sprich Gelenk, seine Bewegungsvoraussetzungen für den Golfschwung nicht erfüllt, entstehen zwangsläufig Ausweichbewegungen wie z. B. fliehender Ellenbogen, Kippbewegung im Brustwirbelsäulen-/ Lendenwirbelsäulenübergang oder Kippbewegung im Becken, sodass die Schwungebene im Durchschwung nicht eingehalten werden kann. Dies führt zu nicht trainierbaren Spontankorrekturen (Ausweichbewegungen), die bei jedem Schlag unterschiedlich ablaufen und ein konstantes Training zur Verbesserung des Schwunges nicht zulassen. Natürlich gelingen auch gute Schläge, eine kontinuierlich gute Schlagfolge wird aber allzu oft durch Slices und Bogeys unterbrochen. Des Weiteren führen diese Ausweichbewegungen nicht selten zu entsprechenden Beschwerden am Bewegungsapparat. Oft zwingen sie dann den Golfer zur Zwangspause. Eine entsprechende Bewegungsanalyse der beteiligten Gelenke dient daher zum einen der Verbesserung des Golfschwunges und damit zur Verbesserung des Handicaps, zum anderen aber auch zur Vermeidung und Therapie von entsprechenden Beschwerden des Bewegungsapparates.

In unserer Praxis wird diese golfspezifische Bewegungsanalyse durch Herrn Dr. Kreutz durchgeführt und es folgt eine entsprechende Trainingsberatung.

Die manuelle Medizin beinhaltet verschiedene Verfahren von Diagnostik und Therapie, die mittels manueller Techniken, also mit den Händen ausgeführt werden. Die wichtigsten Vertreter der manuellen Therapie sind die Chirotherapie und die Osteopathie.

Für uns ist die Manuelle Medizin viel mehr als nur das „Einrenken“ von Blockierungen der Wirbelsäule. Wir leben die Manuelle Medizin, die für uns zentraler Bestandteil unserer Diagnostik und Therapie ist.

Die hochkomplexen Verkettungen unterschiedlicher Störungen des Bewegungsapparates verlangen eine genaue Kenntnis z.B. der Zusammenhänge zwischen Rücken- und Knieschmerzen und Bewegungseinschränkungen des Beckens, dem Einfluss von Einschränkungen des Kiefergelenkes auf eine Störung der Halswirbelsäule, aber auch der Folgen von Fußfehlstellung auf den gesamten Bewegungsapparat.

Deshalb ist es für uns entscheidend, Sie bei der Erstuntersuchung von der Fußsohle bis zum Scheitel zu untersuchen, um nicht nur Ihre Symptome, sondern die Problemursachen zu erkennen und zu behandeln.

Die osteopathische Medizin umfasst eine Sammlung verschiedener Techniken der manuellen Diagnostik und Therapie, die der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1928-1917) Ende des 19. Jahrhunderts erstmals systematisch erfasst und zu einem einheitlichen Gedankengebäude zusammengefügt hat. In der Folge haben verschiedene andere Ärzte neue Techniken entwickelt und in die Osteopathie integriert. Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich die Osteopathie über England und Frankreich in ganz Europa etabliert.

Die Ausbildung zum osteopathischen Arzt ist in Deutschland nicht einheitlich. Stark unterschiedliche Ausbildungsinhalte, Ausbildungsumfänge und Ausbildungsqualitäten führen zu einem breit gefächerten Spektrum der osteopathischen Therapiequalität. Eine qualitativ hochwertige osteopathische Ausbildung wird durch die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft für Osteopathie (DAAO) in Kooperation mit dem Philadelphia College of Osteopathic Medicine (PCOM) und dem Ärzteseminar Neutrauchburg (MWE) durchgeführt. Hier findet die Ausbildung zum osteopathischen Arzt durch amerikanische Dozenten (Professoren für Osteopathie) statt und setzt das Studium der Medizin und eine abgeschlossene chirotherapeutische Ausbildung mit mind. 2 jähriger anschließender chirotherapeutischer Tätigkeit voraus.

Die Osteopathie betrachtet den Menschen als eine aus verschiedenen Systemen bestehende Einheit. Diese Systeme sind untrennbar verbunden und beeinflussen sich wechselseitig. Ihr gemeinsames Prinzip ist die Fähigkeit zur Bewegung, denn sie ist das grundlegende Prinzip aller lebensnotwendigen Funktionen. Damit finden sich von Seiten der Osteopathie nicht nur philosophische Gemeinsamkeiten zur traditionellen chinesischen Medizin. Funktionsstörungen behindern die Bewegung und führen zu Einschränkungen, die sich auf alle Systeme entsprechend auswirken. In der Osteopathie wird im Wesentlichen das Strukturelle (Stütz- und Bewegungsapparat), das viscerale (Innere Organe) und das kraniosacrale (Nervensystem) System unterschieden. Dabei wird jedes System aus verschiedenen Perspektiven diagnostiziert und therapiert.

Die osteopathische Medizin nutzt eine Sammlung von manuellen Verfahren zur Diagnostik und Therapie, die die Selbstheilungskapazität des Organismus anregen. Neben den überwiegend „weichen“ Techniken zur Behandlung von Faszien, Bindegewebe und Muskulatur gibt es ähnlich der Chirotherapie Impulstechniken für die Lösung von Wirbelblockaden, die sich zu einer eigenständigen Methode entwickelt haben. Durch die Anwendung osteopathischer Techniken erreicht man insbesondere eine Einflussnahme auf den gesamten Organismus durch Wiederherstellung einer körpereigenen Homeostase durch Bildung eines Gleichgewichts verschiedener Gewebe zueinander. Eine direkte Behandlung der Gelenkkapsel spielt in der Osteopathie keine wesentliche Rolle, Techniken zur gezielten Behandlung von Kapselverkürzungen vergleichbar mit der Chirotherapie, gibt es nicht.

Voraussetzung für eine sportartspezifische Trainingsberatung ist die individuelle sportmedizinische Untersuchung. Muskelverkürzung, Gelenkkapselverkürzung und muskuläre Dysbalancen stellen ein großes Hindernis für ein effektives Training in jeglicher Sportart dar. Diese müssen zunächst in der Untersuchung ausgeschlossen oder ggf. therapiert werden. Ein weiteres großes Problem stellen die segmentalen Gelenkinstabilitäten dar. Auf diese muss insbesondere beim Dehnen von bestimmten Muskeln aber auch beim Krafttraining insbesondere an Geräten Rücksicht genommen werden. Das Training der Bauchmuskulatur sieht für einen Patienten mit einer segmentalen Instabilität im Bereich der Halswirbelsäule oder der Lendenwirbelsäule daher völlig anders aus, als das Bauchmuskeltraining bei einem Patienten mit stabiler Wirbelsäule. Da unsere Bewegungen in muskulären Ketten ablaufen, muss bei jeder Kräftigungsübung eine Mitbewegung des instabilen Gelenkes strikt vermieden werden. Ansonsten führt zwangsläufig der Kraftfluss durch das instabile Gelenk, welches hierdurch weiter geschädigt wird. Sollte dieses Bewegungssegment bereits symptomatisch sein (schmerzhaft), so muss ggf. vor einer Weiterführung des sportartspezifischen Trainings eine Stabilisation erfolgen (s. Proliferationstherapie). Im Rahmen unserer physiotherapeutischen Begleitung werden bereits die Grundelemente der verschiedenen Trainingselemente auch an kleinen Geräten mit dem Patienten zusammen eingeübt. Diese Prinzipien können später entweder zuhause oder auch in Fitnessstudios entsprechend umgesetzt werden. Wir empfehlen unseren Patienten die Aufnahme einer sportlichen Betätigung erst nach gezielter Trainingsanleitung, z. B. auch in einem Fitnessstudio. Ausschlaggebend ist hierbei die gute fachliche Betreuung durch geschultes Personal und die qualifizierte Anleitung zum Gebrauch der Trainingsgeräte.

ESWT – extrakorporale Stoßwellentherapie:

Stoßwellen sind Druckwellen, die durch eine entsprechende Bündelung impulsartig im Mikrosekundenbereich ausgesendet werden. Die Frequenz moderner Geräte geht bis hin zu 15 Hertz. Wir bedienen uns dieser Therapieform zur Behandlung z.B. der Kalkschulter, dem Tennis- und Golferellenbogen und dem Fersensporn.

Zur Behandlung von Muskelschmerzen dient uns eine Technikvariante neuester Generation, bei der die Druckwellen nicht gebündelt, sondern mehr streuend ausgesendet werden. Dies nutzen wir für die Behandlung von so genannten Muskel-Triggerpunkten.

Die Besonderheit dieser Methode ist, dass bei der Anwendung der muskuläre Ausstrahlungsschmerz reproduziert werden kann. Neben der Therapie kann dieses Verfahren auch die Diagnose untermauern. Hierdurch kann die Therapiequalität deutlich verbessert und der Therapieverlauf beschleunigt werden, ein großer Gewinn in der Behandlung von Schmerzen des Bewegungsapparates.

Proliferation – was ist das?

Die Proliferationstherapie ist ein Verfahren, mit dessen Hilfe Bandverbindungen im Bereich der Wirbelsäule, des Beckens oder der Extremitätengelenke verfestigt und gleichzeitig chronische Reizungen zum Ausheilen gebracht werden können. Diese bereits seit Jahr zehnten im amerikanischen Raum angewendete Methode empfehlen wir dann, wenn gelockerte Bandverbindungen die Ursache des Beschwerdebildes darstellen und andere stabilisierende Verfahren, insbesondere über Muskelstabilisationstechniken, nicht mehr möglich oder nicht dauerhaft Erfolg versprechend sind.

Wie funktioniert die Proliferationstherapie?

Bei der Proliferationstherapie wird eine Proliferationslösung, z. B. Zucker, an die betroffene Bandstruktur injiziert. Vereinfacht gesagt entsteht hierdurch eine gewünschte Reizreaktion, die das Wachstum der bindegewebsbildenden Zellen (Fibroblasten) anregt. Diese produzieren dann in der Folge neues kollagenes Bindegewebe, das die vorhandene Bandstruktur verstärkt. Durch die wiederholte Anwendung dieser Therapie (in der Regel 4- bis 6-mal im Abstand von einer Woche) „züchten“ wir entsprechend kollagenes Bindegewebe, das die hier bestehende Bandstrukturen entscheidend verstärkt und stabilisiert. Im Bereich des dauerhaft überlasteten Bandsystems finden wir häufig chronische Entzündungen, die von alleine nicht mehr abheilen können und einen Großteil der Beschwerden verursachen. Ein weiterer Effekt der Proliferationstherapie besteht darin, dass diese chronischen Entzündungen nun durch einen akuten Reiz überlagert werden. Diese akute Entzündung, durch die Proliferationstherapie vermittelt, gibt der Bandstruktur nun die notwendige Heilungspotenz, um wieder abheilen zu können. Die Gesamtfolge der Proliferationstherapie ist damit eine Verstärkung des zuvor zu schwachen Bandsystems und ein Abheilen der chronischen Überlastungsreizung; die zuvor permanente Beschwerdesymptomatik klingt ab.

Instabilitäten im Bereich des Bewegungsapparates sind eine sehr häufige Problematik. Insbesondere im Bereich der Wirbelsäule sehen wir fast täglich Patienten mit einer Instabilitätssymptomatik, wie zum Beispiel im Bereich der Lendenwirbelsäule, wo sie als „Durchbrechgefühl“ beschrieben wird. Patienten die nachts nicht auf dem Bauch oder dem Rücken liegen können, sondern die Seitenlage bevorzugen, Patienten die Schmerzen in der tiefen Lendenwirbelsäule beim längeren auf der Stelle Stehen verspüren bzw. das leichte nach vorne Beugen beim Zähne Putzen bereits als schmerzhaft empfinden, leiden häufig unter einer Instabilität des Überganges der Lendenwirbelsäule zum Becken. Leider werden häufig diese Patienten mit ihren Beschwerden missverstanden und keiner entsprechenden stabilisierenden Therapie zugeführt. Viele unserer Patienten mit solchen Beschwerden haben diese bereits über viele Jahre und Jahrzehnte. Im Bereich der Halswirbelsäule ist nicht selten ein Schleudertrauma z. B. im Rahmen eines Autounfalls vorweg gegangen. Auch chronische Überlastungen durch falsche Sitz- und Hebetechniken können auf Dauer zu chronischen Belastungen der Bandstrukturen führen. Eine entsprechende Proliferationsbehandlung dieser geschwächten Bänder ist für viele Patienten der einzige Ausweg aus diesem Schmerzprofil. Im Anschluss an die Proliferationstherapie erfolgt eine gezielte muskuläre Stabilisierung durch unsere Krankengymnasten. Hier erfolgt des Weiteren eine entsprechende Schulung von adäquaten Bewegungsmustern im Alltag. Zusammen mit der muskulären Stabilisationstherapie erlangen unsere Patienten in diesen Regionen Schmerzfreiheit und werden alltags- bzw. sportbelastbar.

Rechtlicher Hinweis:

Das oben dargestellte Behandlungsverfahren „Proliferationstherapie“ erfolgt bei uns nach den Grundsätzen und Richtlinien der Deutsch-Österreichischen Gesellschaft für stabilisierende Verfahren am Bewegungsorgan (DSVB e.V.). Dieses Verfahren wird in der Wissenschaft in seiner Bedeutung, Tragweite und Notwendigkeit nicht einheitlich beurteilt. Diesbezüglich liegt zumindest bislang noch keine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie vor, wie es die höchstrichterliche Rechtsprechung bei gesundheitlichen Wirkaussagen fordert (Stand März 2013).

Muskuläre Triggerpunkte sind wohl die am häufigsten verkannten und daher meist unbehandelten Ursachen von Schmerzen am Bewegungsapparat. Was sind Triggerpunkte? Gesunde Muskulatur spannt sich an und entspannt sich wieder. Triggerpunkte sind „verkrampfte“ Zonen (oft nicht größer als eine Erbse) der Muskulatur, vergleichbar einem kleinen Dauerkrampf. Betroffene Muskelareale können nicht mehr an der normalen Anspannung und Entspannung des Muskels teilhaben. Auf Dauer führt dies zu einer Verkürzung des entsprechenden Muskels. Diese Zonen, die Triggerpunkte, senden Schmerzsignale aus, die entweder an der Stelle des Geschehens verspürt, oder bis in weit entfernte Körperregionen „projiziert“ werden können. Durch diese Eigenschaft der Schmerzprojektion werden Triggerpunktschmerzen sehr häufig mit Nervenschmerzen verwechselt. Ein klassisches Beispiel sind Schmerzen entlang des Beines, die häufig irrtümlich auf eine Bandscheibenproblematik zurückgeführt werden. Schmerzausstrahlende Triggerpunkte können ein täuschend ähnliches Schmerzprofil zeigen und sollten, insbesondere vor einer operativen Maßnahme z.B. an der Wirbelsäule, zuvor ausgeschlossen werden. Hierdurch ließen sich viele Operationen im Vorfeld als unnötig erweisen und dem Patienten ersparen.

Aktive Triggerpunkte können Muskelstränge dauerhaft verändern. Die Folge sind Über- bzw. Fehlbelastungen von Gelenken und der Wirbelsäule mit nicht selten chronischen Schmerzverläufen.

WODURCH ENTSTEHEN TRIGGERPUNKTE?

Triggerpunkte entstehen nicht einfach von alleine. Ursache ist eine äußere oder innere Störung mit ungünstiger Auswirkung auf den Energiestoffwechsel, die den Muskel zum Aufbau eines oder meherer Triggerpunkte veranlasst. Häufig sehen wir eine gestörte Gelenkmechanik als Ursache. Wird zum Beispiel das normale Gelenkspiel durch eine verkürzte Gelenkkapsel einschränkt (s. Arthrose), so kommt es nahezu zwangsläufig zur Ausbildung von Triggerpunkten in der Muskulatur. Diese versucht weiterhin das jeweilige Gelenk regelrecht zu bewegen, welches die adäquate Bewegung aber nicht mehr zulässt. Dies stellt eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung von Schmerzen am Bewegungsapparat dar!

Somit wird aber auch verständlich, dass eine alleinige Behandlung der Triggerpunkte nur selten zu einer dauerhaften Beschwerdebesserung führen kann, da die Ursache für die Entstehung der Triggerpunkte häufig in unserem Körper verbleibt und noch nicht beseitigt ist. Vor der Einleitung einer Triggerpunkttherapie sollte also abgeklärt werden, ob der bestehende Triggerpunkt eine schon länger bestehende Ursache hat, oder Folge einer gewaltsamen Krafteinwirkung von Außen darstellt.

Wird die richtige Entstehungsursache für den Triggerpunkt übersehen und dementsprechend nicht adäquat behandelt, wird die ursprüngliche Störung weiter bestehen und den Triggerpunkt erneut bilden, der Schmerz kommt zurück!

Auch operative Eingriffe hinterlassen häufig Störungen im Bereich der Gelenke, die zu einer Ausbildung von Triggerpunkten führen können. Nur eine sehr differenzierte Diagnostik nach den Kautelen der Manuellen Therapie und der Schmerztherapie können eine genaue Unterscheidung von Ursachen und Folge herbeiführen, die dann entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung sind.

BEI FOLGENDEN ERKRANKUNGEN SIND HÄUFIG TRIGGERPUNKTE URSÄCHLICH FÜR THERAPIERESISTENTE SCHMERZEN:

  • Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule allgemein bis hin zum so genannten „Hexenschuss“
  • Leistenschmerzen
  • Kniegelenksschmerzen (z.B. peripatellares Schmerzsyndrom)
  • Chronische Achillessehnenschmerzen
  • Tennis-/Golferellenbogen
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Schmerzhafte Schultersteife
  • Schmerzen und Gefühlsstörungen in Unterarm und Händen
  • Kiefergelenksdysfunktionen und der CMD (cranio-mandibuläre Dysfunktion)
  • verzögerten Heilungsverläufen nach Operationen,
  • Ausbleiben von Therapieerfolgen im Muskelaufbautraining nach Sportverletzungen

BEHANDLUNG VON TRIGGERPUNKTEN:

Muskuläre Triggerpunkte lassen sich durch klassische krankengymnastische Behandlung, Massagen und auch von Medikamenten nicht beseitigen. Massagebehandlungen von Triggerpunkten führen nicht selten sogar zu einer Verstärkung der Schmerzen. In unserer Praxis behandeln wir Triggerpunkte hauptsächlich mit Hilfe eines radialen Stoßwellengerätes, dass speziell für die Behandlung von Triggerpunkten konzipiert ist. Hiermit können einzelne Triggerpunkte punktgenau behandelt und beseitigt werden. Auf Grund der hohen Geschwindigkeit des von uns verwendeten Gerätes können auch größere Muskelflächen in einer Sitzung behandelt werden. In seltenen Fällen ist die Behandlung eines Triggerpunktes durch die Injektion mit einem Lokalanästhetikum, gefolgt von Dehnung des betroffenen Muskels und Kälteanwendung, sinnvoll.

Die Triggerpunkttherapie ist eine für unsere Patienten äußerst dankbare Therapieform. Da oftmals unter der Behandlung der Triggerpunkte ein für den Patienten gut bekanntes Schmerzprofil nachempfunden werden kann, ist dieses Verfahren wie kein Anderes in der Lage, die zuvor gestellte Diagnose direkt zu bestätigen. Damit erhöht sich nicht nur die Effektivität der Behandlung, es lassen sich dadurch auch hochkomplexe und chronische Schmerzmuster zunächst aufspüren und gleichzeitig behandeln.